»Subtiles Design« — 01

2019 — Editorial Design / Corporate Design  / Fotografie / Film


Entstanden als Diplomprojekt im Studiengang Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Der Minimalismus kennt viele Facetten und Ausprägungen und findet sich in der Geschichte des Designs, der Kunst und der Architektur in diversen Stilen wieder. Ob unter dem Begriff des Funktionalismus, der Farbfeldmalerei, dem internationalen Stil, oder weiterer. Die einzelnen Ausdrucksformen mögen sich unterscheiden und nuancieren, doch das übergreifende Leitthema, die maximale Aussage, durch eine minimale Formsprache haben sie alle gemeinsam. Getreu dem bekannten Motto »Less is more«. Dabei hat sich der Minimalismus in der heutigen Zeit zu einem wahren Modephänomen entwickelt, das beinahe in jedem Bereich des Lebens eine Entsprechung findet. Sei es als Mittel zur bewussten Lebensführung, in der Mode oder dem Reisen. Wer auf Instagram, Youtube und Co. danach sucht, wird mit zigtausenden Beiträgen konfrontiert. Hinzu kommen zahlreiche Dokumentationen und Filme, oder Bücher zur Selbstoptimierung.

Die Gründe dieses Trends sind vielfältig und lassen sich nur schwer herunterdeklinieren. Ein Aspekt ist mit Sicherheit jedoch die zunehmende Komplexität in unserem heutigen Leben und der damit verbundene Wunsch nach Reduktion. Auch in der Gestaltung ist man mitunter Stark abhängig von aktuellen Tendenzen und Trends und auch hier ist in regelmäßigen Abständen eine Rückbesinnung auf Funktionalität und Rationalismus zu beobachten, oftmals in Verbindung mit einer gewissen Protesthaltung. Der Minimalismus in der Gestaltung ist dabei jedoch nicht als Trend zu verstehen, sondern eher als ein alle Moden überdauernder Grundstrom.
Doch wo liegen die Ursprünge der für uns heute so allgegenwärtigen Art der Gestaltung, welche Faktoren sind entscheidend und wie gehen zeitgenössische Künstler und Designer damit um? Genau diesen Fragen will das Magazin »Subtiles Design« in der Erstausgabe nachgehen und der Schönheit der vermeintlich einfachen Lösung huldigen.
Interview:
Im Gespräch mit Konzeptkünstler Chris Goennawein
Beim Betrachten der vielfältigen Arbeiten des Künstlers und Gestalters Chris Goennawein spürt man ein regelrechtes Verlangen nach absoluter Ordnung und System. So ist etwa der Raster, Symmetrie und eine mit bedacht ausgewählte, dezente Farbgebung ein stetig wiederkehrendes Motiv in seinen Werken. Der Wahlberliner mit den Heidelberger Wurzeln demonstriert dennoch sehr eindrucksvoll, wie man trotz einer vermeintlich reduzierten Formsprache originell bleibt, was nicht zuletzt durch das breit gefächerte Repertoire an unterschiedlichen Materialien sichtbar wird. Angefangen bei klassischen Drucken auf Leinwand, über geometrische Skulpturen aus Stahl, bis hin zur Neonröhre, seine individuelle Ausdrucksweise wechselt stetig, mit Erfolg. 
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